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Forbidden love goes … to an end

Als ich den Blogbeitrag oder besser Aufruf von Stefan Mesch zu Verbotene Liebe las, war ich mir erst nicht sicher, ob ich etwas dazu schreiben sollte, dass „Verbotene Liebe“ eingestellt wird. Vor allem, weil ich zur Zeit eigentlich gar keine Zeir dafür habe. Doch auf der anderen Seite konnte ich es mir nicht entegehen lassen, denn schließlich gehörte „Verbotene Liebe“ lange Jahre zu meinem Leben.

Einer geliebten Serie Lebewohl zu sagen tut weh. Und obwohl ich schon seit ein paar Jahren „Verbotene Liebe“ nicht mehr schaue, wollte ich mir diesen kleinen Nachruf nicht entgehen lassen.
Es muss so um 1997/98 gewesen sein, als ich eingestiegen bin. Die Nachwehen von Jan und Julia waren noch zu spüren; selbst wer die Seifenoper nicht gesehen hat, dem werden diese Namen geläufig sein. 10 Jahre begleitete mich „Verbotene Liebe“ täglich und zuverlässig. Für diesen Artikel bin ich noch mal eingetaucht in die glamouröse Welt der von Lahnsteins, von Anstettens und die gutbürgerliche der Brandners und Sandners und wie sie alle hießen.
Von Montag bis Freitag war ich pünktlich um 17.55 Uhr am Fernseher und es lief die ARD. Es durfte keine Freundin anrufen und es durfte mich auch niemand stören. Rituale sind schön. Ich mag eine gewisse gleichmäßige Routine und bin ein absolutes Gewohnheitstier. Ich freute mich immer auf die 25 Minuten Liebe, Intrigen und Herzschmerz und war enttäuscht, wenn es ausfiel, weil in Nordrhein-Westfalen ein Feiertag war.
Es war immer schön einen kleinen Ausflug vom eigenen Alltag und den eigenen Sorgen zu machen und in die Sorgenwelt anderer einzutauchen. Da waren die eigenen Probleme auf einmal viel kleiner, denn die Seriendarsteller hatten immer viel größere und bedeutendere. Auch wenn sie natürlich viel überzeichneter und überzogener waren.
Ich glaube, dass die besondere Anziehung der Serie zum einen darin liegt, dass es um den Adel geht. Deutschland hat nicht, wie unsere Nachbarländer Großbritannien oder Schweden, eine Königsfamilie, die für Schlagzeilen sorgt. Das eigene normale Leben kennt man selbst gut genug, man will etwas sehen, dass man nicht kennt. Will wissen wie die oberen 10.000 leben, wie sie lieben und leiden.

Zum anderen liegt die Anziehung der Serie zum Großteil an der verbotenen Liebe. Liegt in dieser Liebe nicht ein ganz besonderer Reiz? Möchten wir nicht alle Voyeure sein, die durch ein Schlüsselloch sehend etwas Verbotenes mit ansehen? Meist weiß der Zuschauer noch vor der Serienfigur, dass a und b sich ineinander verlieben werden und es doch eigentlich verboten ist. Sei es, weil sie eigentlich Geschwister sind, auf Grund des Altersunterschiedes, des Standes, des Geschlechtes oder weil er der beste Freund ihres Freundes ist oder sie die Schwester seiner Verlobten.
Der fiese Cliffhanger am Ende jedes Tages bringt den Zuschauer dazu am Nächsten wieder einzuschalten. Zum einen, um festzustellen, wie es weiter geht. Jedoch auch um festzustellen, ob die Geschichte den Verlauf nimmt, den wir vorausahnen. Oder ob die Serienschöpfer sich etwas ganz anders für die Lieblingsfigur ausgedacht haben.
Apropos Lieblingsfigur. Zumeist hat ja jeder Zuschauer eine Identifikationsfigur, mit der er am meisten mit fiebert und leidet. Das erste „Verbotene Liebe“ Paar mit dem ich mit fieberte war wohl Kati von Sterneck und Heino Toppe. Also der Klassiker: verzogene Adelsgöre will sich nicht eingestehen, dass es einen Bürgerlichen liebt.
Am besten kann ich mich komischerweise aber an die Serientode erinnern. Viel mehr als an die vielen Hochzeiten, die gefeiert wurden. Am krassesten war der von Charlie Schneiders Nichte Olivia Schneider. Sie kam vom Lande in die Stadt, versuchte durch Intrigen ihren Platz in der High Society zu finden und scheiterte. Heute würde man sie wohl als IT-Girl bezeichnen. Ich glaube es lief so ab, zumindest habe ich das noch so in Erinnerung: Auf dem Weg zum Bahnhof, ihren Koffer hinterher ziehend, blickt sie sich um, sieht vor ihr das tief-ausgehobene Bauloch nicht und stürzt hinein, genau in dem Moment, als der Baggerfahrer das Loch wieder zu buddelt.
Ich fand das damals so untypisch für „Verbotene Liebe“, weil es einfach so krass war. Ein anders Wort fällt mir dazu nicht ein. Ich habe danach immer darauf gewartet, dass das restliche Figurenensemble mal über Olivia spricht. Ihre Tante sich z. B. wundert, dass sie nichts mehr von ihr hörte oder ähnliches. Doch nichts. Übrig blieb allein ihr Koffer neben dem Bauloch.
Ein weiterer Tod, der mir im Gedächtnis blieb, war der von Cecile de Maron. Nach viel auf und ab, hin und her, konnte sie endlich mit Leonard von Lahnstein zusammen sein. Als sie am Morgen Brötchen holen geht, verunglücken sie und das ungeborene Baby beim Überqueren der Straße. Ein LKW Fahrer übersah sie. Besonders tragisch.
Es gibt noch so vieles zu sagen. Mit Clarissa von Anstetten allein könnte man ganze Bände füllen. Großartig fand ich ihren Abgang, als ihr Privatjet spurlos verschwindet. Jahre später kehrt sie in die Soap zurück, gerettet von einer einsamen Insel. Sie hatte der Serie als intrigantes Biest, vergleichbar mit Alexis alias Joan Collins in Denver Clan, gefehlt.
Die Serie hatte sogar ihren singenden Soapdarsteller mit Christian Wunderlich.
Das letzte Paar, das ich begleitet habe, war glaube ich Sarah und Johannes von Lahnstein. Jeder dachte, dass sie Geschwister seien und sich der Beginn der Soap wiederholen würde. Doch das fatale war, dass sie gar keine Geschwister waren. Gewisse Leute gaukelten es ihnen nur vor. Doch auch hier gab es nach viel Leid ein Happy End. Und darauf kann man sich bei „Verbotene Liebe“ immer freuen, ist der Weg auch noch so steinig, die wahre Liebe siegt immer.
Ich gebe zu, dass ich „Verbotene Liebe“ schon lange nicht mehr gesehen habe. Ich glaube hauptsächlich bin ich ausgestiegen, weil ich gegen 18 Uhr einfach nicht mehr zu Hause war. Und so sage ich Mach’s gut „Verbotene Liebe“. Du hast mich in meinen Jugendjahren begleitet und geprägt und ich habe immer eifrig mit gelacht und geweint, gehofft und geliebt.

Stefan Mesch und Nikola Richter haben aus allen eingesendeten Beiträgen ein ebook gemacht, dass seit heute im Handel ist.

Allerdings haben sie nicht diesen Beitrag von mir benutzt, sondern mehrere Seiten Mitschrift von mir, die ich damals bei jeder Folge anfertigte. Ich hoffe ich komme nicht zu nerdig rüber. Aber damals gab es noch keine sozialen Medien.

Verbotene Liebe Mitschrift

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2 Gedanken zu „Forbidden love goes … to an end

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