Meine erste Leipziger Autorenrunde

Immer am Buchmessensamstag der Leipziger Buchmesse veranstaltet die Messe unter Organisation von Leander Wattig die Autorenrunde.
Da ich bisher nur gutes von dieser Veranstaltung gehört habe, war es für mich also ein Pflichttermin, wenn ich schon mal in Leipzig war.

Und so begab ich mich Samstag morgen pünktlich um 10 Uhr in das Konferenzzentrum, fand Raum und auch meinen Namen auf der Anmeldung und los gings. Am Anfang war es ein bisschen wie bei der Reise nach Jerusalem, denn jeder suchte erst mal einen Platz an einem der runden Tische, die im ganzen Raum verteilt waren, jedoch noch keinem Thema zugeordnet waren. So konnte man erst mal mit dem Tischnachbar ins Gespräch kommen. Und dann ging es auch schon los. Eröffnet wurde die Veranstaltung durch den Buchmessendirektor Oliver Zille. Dann wurden den Tischen Vorträge zugewiesen und das große Stühle rücken begann.

Aus dem riesigen Programm der Leipziger Autorenrunde sollte ich mir dann sechs Tischrunden aussuchen. Gar nicht so einfach!

Für die erste Gesprächsrunde hatte ich mir „Aufbau einer Autorenmarke für Fortgeschrittene“ bei Sybille Bauschinger, Senior Marketing Manger ausgesucht. Leider auch ziemlich viele Andere. Schnell waren die Plätze um den runden Tisch gefüllt und extra Stühle wurden herbei geschafft. Ich bin niemand der mit den Ellenbogen um einen Platz in der ersten Reihe kämpft, ergo saß ich in der zweiten Reihe und da waren meine noch jungen Ohren bemüht alles mit zu bekommen, was Frau Bauschinger erzählte. Leider bekam ich mindestens genauso viel mit, was am Nebentisch erzählt wurde. Das war auf Dauer sehr anstrengend. Leider ging das noch ein paar Mal an dem Tag so, so dass ich schnell dazu übergangen bin mir Tische und damit Vorträge auszusuchen, die nicht so überlaufen waren. Denn an diesen konnte man mit den Referenten wirklich ins Gespräch kommen und auch Fragen stellen. So z. B. bei Werben mit Google Adwords, dass ich mir gerne früher angehört hätte, weil es wirklich interessant war. Ich aber nur noch 10 Minuten dort bei gewohnt hatte. Der Referent Martin Dorst sah sich auch individuell die Homepages von Teilnehmern hinsichtlich Suchmaschinenoptimierung an, was er auch konnte, weil es nur 3 oder 4 Teilnehmer waren.

Aber nochmal zurück zum Vortrag Aufbau einer Autorenmarke. Gemerkt habe ich mir folgendes, diese Punkte sind dabei wichtig: Zielgruppe? – Wo bewegt sie sich und wie erreiche ich sie?
Sichtbarkeit
Bekannheit
Emotion (kann sogar der Unique Selling Point sein) verbindet, persönlich, realer Mensch.
Qualität

Außerdem Zeit oder Geld > Eines von beiden brauche ich auf jedenfall um eine Autorenmarke aufzubauen.
Wichtig ist es außerdem sich Ziele zu setzen.

Nach Mittagspause von ging es weiter mit den Tischrunden 3 und 4.
Meine erste Wahl war hier die Gesprächsrunde „Lesungen als Mittel des Marketings -Möglichkeiten, Weg, Fallstricke“, die leider ausfiel, was wir erst merkten, nachdem keiner am Tisch sich als Referent outete. Also musste ich mir schnell eine Alternative suchen und landete bei „Möglichkeiten des Social Reading“ mit Christoph Kappes, Mitbegründer und Geschäftsfüher von sobooks.de, sowie Geschäftsführer der Fructus GmbH. Leider ging es mir zu wenig um Social Reading im Allgmeinen, als eher die Geschäftsmöglichkeiten von sobooks und so habe ich mal noch „Erfolgreiches Buch-Crowdfunding – Finanzierungstregien für Autoren“ mit Markus Streichhardt von Startnext, reingehört. Da habe ich kurz reingehört, weil es mich interessiert hat, was dort erzählt wurde. Schließlich habe ich mein erstes Buch über Crowdfunding auf Startnext finanziert. Beim get Togehter im Anschluss an die ganze Veranstaltung habe ich mich dann noch mal gut mit Herrn Streichhardt unterhalten.

Länger verweilt habe ich dann bei der Gesprächsrunde von Wibke Ladwig: „Show don’t tell – Storytelling in Social Media“. Die auch ziemlich überlaufen war. Von da an, habe ich irgendwie überall mal ein bisschen reingehört, so z. B. in

„Wie Autoren sichtbar werden – Buchtrailer als Marketinginstrument“ mit Mathias Voigt, Geschäftsführer bei Literturtest. Leider lässt sich hier zusammenfassend sagen, dass ein gekaufter Trailer für Self-Publishing Autoren unbezahlbar ist.

5. und 6. Gesprächsrunde:
Die Aufnahmebereitschaft hat zumindest bei mir etwas nachgelassen, auch wenn es nochmal eine Kaffee und Kuchenpause gab. Doch ich habe das Gefühl, die Zeit ist nur so gerannt. Die folgendende Gesprächsrunde wollte ich eigentlich gar nicht besuchen.
„Werkstattgespräch für Fortgeschrittene: Geschichten plotten und die richtige Erzählfolge bedenken. Ein Austausch über Wege, Probleme und Lösungen von und mit Anke Gasch, Chefredakteurin der Federwelt“. Dieses Tischgespräch hat mich überraschenderweise am meisten beeindruckt. Ich kann auch gar nicht mehr sagen, wie ich dort gelandet bin.
Überrascht hat mich dann vor allem, dass sie sagte, dass sie gar kein Fan von Plotten sei, weil sie danach gar keine Lust mehr hätte das Buch zu schreiben. Einmal detailliert durchgeplottet ist die Geschichte sozusagen schon geschrieben, noch ausführlicher natürlich nur im Kopf, aber ich weiß, was sie meint. Das hat mich sehr gefreut zu hören, dass es auch anders gehen kann und ich nicht unbedingt Plotten muss. Ich dachte nämlich schon, dass ich das unbedingt machen muss, weil jeder gute Autor das macht.

Als letztes habe ich mir dann noch „Online Marketing und Social Media Marketing für Autoren“ mit Karla Paul angehört. Das habe ich mir eigentlich nur angehört, weil ich mal Karla Paul live hören wollte, ansonsten ist das ein Thema gewesen, bei dem ich nicht viel neues mit nehmen konnte.

Und das ist leider auch mein Fazit des gesamten Tages.
Ich bin jemand, der gerne alles selbst macht oder zumindest ausprobiert und wenn ich nicht weiter komme, dann google ich und finde meistens auch Hilfe. Natürlich muss man unglaublich viel lesen, sich informieren, austauschen und gucken, was andere Autoren so treiben und für Ideen haben. Doch ist das nicht das charmante an Self-Publishing, das ich alles selbst bestimmen kann. Wobei wir hier auch wieder bei Geld oder Zeit sind, die man investieren muss. Entweder man macht es selbst oder man kauft sich das, was man nicht selbst machen kann.
Alle meine Schritte sind wohlüberlegt und gut recherchiert. Lieber lese ich mal einen Artikel mehr zum Thema Homepageerstellung und welchen Anbieter man nehmen soll etc., bevor ich mich entscheide und es dann umsetze.

Mein Gefühl der anderen Autoren, vermutlich auch nicht alle, die in der Autorenrunde waren, war, das dort sehr wenige schon ein so umfassendes Allgemeinwissen hatten.
Z. B. wusste eine Dame nicht, dass man bei amazon sich ein Profil über Author Central anlegen kann. KLar habe ich das auch irgendwann irgendwo mal gelesen, aber der Unterschied ist, ich befasse mich mit dem Self-Publishing, den Möglichkeiten der Darstellung von mir und meinem Buch im Netz, neue Wege, Do’s and Dont’s und was andere Autoren so treiben.

Vielleicht hätte mich der Workshop Tag ein Jahr früher besser informiert, vor meiner ersten Buchveröffentlichung. Doch Leipzig liegt bei mir, im Gegensatz zu Frankfurt, eben nicht um die Ecke.

Karla Paul, alias "Die Buchkolumne", über Social Media

Karla Paul, alias „Die Buchkolumne“, über Social Media

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