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Hoffnung

Seit ich 2014 meinen ersten Roman rausgebracht habe, hat sich viel getan in der Verlagswelt. Es gibt die ganzen Kleinverlage, die sehr erfolgreich sind. Viele große Verlage haben Imprints ins Leben gerufen, Label unter denen sie nur ebooks vertreiben. Literaturwettbewerbe werden von Verlagen ausgeschrieben, um neue Autorinnen zu finden oder man kann direkt über die Homepage Manuskripte einreichen – zumindest bei einigen Verlagen. All das gab es vor sechs Jahren noch nicht. Damals bin ich im Self-Publishing glücklich geworden. Doch nun habe ich das dritte Buch herausgebracht und wollte einen anderen Weg beschreiten, nachdem wieder soviele neue Möglichkeiten aufgetaucht sind. Aber Möglichkeiten beherbergen auch immer Niederlagen und Absagen. Für Airwitch hätte es fast bei einem Verlag geklappt, aber eben nur fast. Aber ich habe so tolle Rückmeldungen bekommen und Einblicke ins Verlagsleben, dass ich das Wegstecken kann. Am Ende liegt es manchmal an einer Kleinigkeit. Der Verlag hat Airwitch abgelehnt, weil sie meinten es wäre ihnen zu Twilight ähnlich, dabei spielen nicht mal Vampire mit.
Achtung Spoiler:
Es gibt lediglich ebenfalls eine magische Schwangerschaft, bei der das Baby übernatürlich schnell wächst, wie bei Twilight, bei dessen Ende Bella aber sogar stirbt – und dann als Vampir wieder kommt. Bei Airwitch hat es natürlich andere Gründe, weshalb das Baby schneller wächst, als normalerweise. Spoiler Ende

Eigentlich würde ich gerne noch mal versuchen über eine Agentur zu gehen, die dann die Verlagssuche für mich übernimmt, denn es kostet immer viel Zeit die zwar ähnlichen und doch unterschiedlichen Anforderungen der Verlage Mailfertig zu bekommen. Exposes verfassen, also Zusammenfassungen, darin bin ich irgendwie nicht gut. Wobei ich im Deutschunterricht immer sehr gut war, aber da war es nicht mein eigenes Buch, dass ich zusammenfassen und verkaufen musste. Im Verkaufen bin ich nicht gut… Mit jeder Mail schicke ich auch ein bisschen Hoffnung mit, dass es endlich klappen könnte. Und mit jeder Absage, die ich erhalte stirbt ein bisschen Hoffnung, Motivation und Selbstvertrauen in meine Geschichten. Meine Leser lieben meine Storys, das sehe ich gerade an Airwitch, bei dem ich so tolle Rezensionen bekomme. Aber diese Leser muss ich auch erst mal finden, denn als Self-Publisher ist es nicht so einfach gefunden zu werden. Das stelle ich mir als Verlagsautorin etwas besser vor.

Manchmal denke ich schon darüber nach, wofür ich das eigentlich alles tue. Leben kann ich davon noch nicht – würde ich aber gerne. Klar gibt es auch Self-Publisher, die davon Leben können. Aber wenigstens einmal die Bestätigung von einem Verlag bekommen, dass das, was man tut, nicht totaler Murks ist, wäre schön und aufbauend. Klar ist, dass ich gerne dran bleiben würde, am Versuch einen Verlag oder eine Agentur zu finden, denn ich glaube, dass es mittleweile einfacher ist, als noch vor sechs Jahren, weil die Verlag etwas offener geworden sind, auch für Self-Publisher. Auf der anderen Seite kostet es wie gesagt Zeit – vor allem das Warten auf die Rückantwort kann sich Monate ziehen. Und manchmal will ich die Mail gar nicht öffnen, weil ich schon weiß, dass es eine Absage ist. Wieviele Absagen kann man hinnehmen, bevor man aufgibt? Ich weiß, dass ich Schreiben will und nur das machen will. Aber trotzdem ist es manchmal so unglaublich schwer nicht den Mut zu verlieren und weiter zu machen.

Da ich noch einige Geschichten zu erzählen habe und einige auch schon fertig sind – na gut, also eine fertig ist, werde ich dran bleiben. Irgendwie werden sie wohl alle das Licht der Welt erblicken.

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